"Nicht schön, nicht schnell, aber selten und geil!", schreibt Benedikt "Beppino" Hadersbeck auf XContest zu seinem Flug vom 26.06.2026. Das wollten wir genauer wissen.
Selten war dieser Rundflug, weil in seinen Worten gesagt "doch niemand eine so bescheuerte Linie fliegt" und geil, weil er eigentlich "nach jeder Thermik dachte, demnächst landen zu gehen", nur um dann doch wieder bis 3300m an die Basis zu steigen. Er berichtet: "Wenn du dir die Wertungslinie vom FAI Dreieck anschaust, ist es viel gegurke außenrum und nicht effizient. Streckenschnitt mit 15 km/h ist unterirdisch. 7,5 Stunden für 107 km ist seeehr langsam. Also es war eher ein planloser und völlig spontaner Flug, der wertungstechnisch nicht herausragend ist. Eher ein persönliches Schmankerl für mich. Hab mir bewiesen, dass ich mich durchbeißen kann und irgendwie zurückkomme."
Wie sagt man so schön: Planlos ging der Plan los.
"Eigentlich wollte ich vom Blomberg in Richtung Brauneck und Karwendel. Aber der Ostwind war leider doch etwas stärker und die Thermik schwächer als erhofft. Nach langem hin und her am Blomberg hab ich die Geduld verloren und mich für Flachland und zur Not Absaufen an einem Badeplatz entschieden (an dem Tag hatte es über 38°). Daher war die Routenwahl entsprechend mit Rückenwind gen Westen und stets mit Wasser im Gleitwinkel gewählt. Nach mehreren schwachen Thermiken war ich plötzlich am Staffelsee und die Berge wieder in Reichweite. Also Planänderung auf Prallhang und Luvseitig bleiben.
Stück für Stück hab ich mich so nach Garmisch an den Hausberg gemogelt. Hier den Telefonjoker gezogen um mich aus dem starken Talwind irgendwie rauszubasteln. Joker hat funktioniert (Danke an der Stelle nochmal) und es ging endlich auf kühlere 3300m hoch! Der Rückweg war dann übers Karwendel eher spannend, weil auch hier viel Wind drauf stand. Hoch bleiben war die Devise. Wörner Sattel statt Soiernspitze (auch ein Tipp vom Kollegen) erwies sich um die Uhrzeit als richtige Wahl. Danach noch den FAI Sektor an der östlichen Karwendelspitze abgeholt und Richtung Norden (Schafreuter bzw. Gasköpfl). Hier ging nochmal gute Thermik hoch, sodass ich mit rund 3100m in Richtung Brauneck schießen konnte.
Gegen den Wind war der Gleitwinkel im Gas erstaunlich gut und ich kam mit angenehmen Puffer am Brauneck an. Ab hier war es eh ein Heimspiel noch an den Blomberg zu kommen um den Flug zu schließen. Beim Toplanden am Blomberg war das Bier im Rucksack leider schon warm, aber ein warmes Bier ist immer noch kälter als kein Bier. 😉 Fazit: Der Flug war kein Rekord (nur ein persönlicher vom Blomberg), nicht besonders schnell, weit oder effizient. Aber für die Bedingungen an dem Tag in der Gegend auf jeden Fall interessant. Es war mein erster Flug mit dem TORRE. Der Schirm kam mir recht ausbalanciert vor und bot angenehmes Handling bei guter Performance, vor allem gegen den Wind."