Neben dem Gleitschirm selbst trägt auch die Geometrie des Gurtzeugs wesentlich zum Flugverhalten bei. Um diesen Einfluss bei der Zertifizierung von Gleitschirmen nach EN-Normen zu minimieren, werden für Zertifizierungsflüge Gurtzeuge verwendet, deren Abmessungen je nach Startgewicht des Piloten zwei festgelegten Größen entsprechen:
1. Gurtzeugbreite – Abstand zwischen den Karabinern
2. Gurtzeughöhe – Abstand zwischen Karabiner und Sitzbrett
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Startgewicht |
< 80 kg |
80 – 100 kg |
> 100 kg |
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Gurtzeugbreite |
40 ± 2 cm |
44 ± 2 cm |
48 ± 2 cm |
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Gurtzeughöhe |
40 ± 2 cm |
42 ± 2 cm |
44 ± 2 cm |
Die Breite des Gurtzeugs ist in der Regel ein einstellbares Element, das sich direkt auf den Flug auswirkt. Grundsätzlich gilt: Je breiter das Gurtzeug, desto mehr Bewegungen des Gleitschirms werden auf den Piloten übertragen. Dies ist in gewisser Weise von Vorteil, da die Bewegungen Informationen über die Luftströmung enthalten und so dabei helfen, Thermik zu erkennen und effektiv zu fliegen. Zu viele Informationen/Bewegungen können jedoch überwältigend sein, sodass der Flug als zu turbulent und anstrengend empfunden wird. Das andere Extrem ist eine Überstabilisierung durch ein sehr enges Gurtzeug. Das mag zwar für mehr Ruhe sorgen, führt aber auch zu einer Art „Blindheit“ gegenüber Bewegungen der Luft und einer etwas höheren Wahrscheinlichkeit, sich zu verdrehen, wenn unerwartete Manöver auftreten. Es gibt keine perfekte Lösung, die Einstellung eines Gurtzeugs ist immer eine Frage des Kompromisses. Probiere es am besten selbst aus und finde so heraus, womit du dich in Kombination mit deinem UP-Schirm am wohlsten fühlst.